Bock auf Sex ≠ Bock auf Antibiotika: Wie man Blasenentzündungen ohne Chemiekeulen bekämpft

Bock auf Sex ≠ Bock auf Antibiotika: Wie man Blasenentzündungen ohne Chemiekeulen bekämpft

|Anika • femcarevolution Redaktion

Es brennt beim Pieseln, du rennst alle zehn Minuten aufs Klo und du fürchtest die nächste lange Autofahrt? Willkommen im Club, bei dem niemand Mitglied sein möchte. #WomanWhoGetItGetIt


Eine gute Nachricht haben wir aber für alle Clubmitglieder: Nicht jede Blasenentzündung braucht sofort Antibiotika. Bei milden Fällen reicht oft die Trickkiste der Natur, um den Bakterien in deiner Blase klarzumachen, dass sie absolut nicht willkommen sind. 


Und um das direkt klarzustellen: Antibiotika sind super, wenn man sie wirklich braucht und ein wichtiges Tool, um schwere Blasenentzündungen zu bekämpfen. Aber je öfter wir sie einsetzen, desto mehr trainieren wir leider auch Bakterien darin, resistent zu werden. Quasi ein gratis Fitnessprogramm für die genau falschen Mikroben. Wenn sich aber nach 2–3 Tagen nichts bessert oder es schlimmer wird, du Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen im Rücken bekommst, Blut im Urin auftaucht oder du schwanger bist, gilt: Ego beiseite und direkt einen Termin machen. 


Doch wenn bei dir nur ein leichter, unkomplizierter Infekt vorliegt, heilt der Körper oft ganz von allein, wenn wir ihm ein bisschen unter die Arme greifen.


Tipp #1: Trinken, trinken, trinken Stell dir deine Blase wie eine kleine Waschmaschine vor. Je mehr Wasser durchläuft, desto schneller werden die ungebetenen Gäste einfach rausgespült. Klarer Nachteil: die Toilette wird für ein paar Tage dein zweites Zuhause.


Tipp #2: Feel the Heat (oder besser Wärme) Krämpfe im Unterbauch? Wärme wirkt fast wie ein kleiner Waffenstillstand. Couch, Decke, Wärmflasche, fertig ist der unfreiwillige Selbstfürsorge-Nachmittag. 


Tipp #3: Wenn’s nicht anders geht: Schmerzmittel Wenn's richtig zwiebelt, dürfen rezeptfreie Schmerzmittel ruhig ran. Niemand muss tapfer leiden, während der Körper im Hintergrund die eigentliche Arbeit erledigt. Aber bitte mit Bedacht und wenn es sich nicht bessert, dann ab zur Sprechstunde.


Tipp #4: D-Mannose, der Bakterien-Rausschmeißer Dieser natürliche Zucker gilt als kleiner Türsteher: Er soll Bakterien das Andocken an die Blasenwand erschweren, sodass sie einfach ausgespült werden, bevor sie Ärger machen können. Die Forschung ist sich noch nicht sicher, ob es wirklich wirkt, aber einige schwören darauf.


Tipp #5: Fresh & fruity Cranberrys enthalten Stoffe, die es Bakterien schwerer machen sollen, sich einzunisten. Ob's wirklich der Gamechanger ist, da streiten die Studien leider schon lange, aber als Extra-Unterstützung schadet ein Glas Cranberrysaft bestimmt nicht.

Bonus-Tipp: Am besten ist es natürlich immer, wenn es erst gar nicht zur Blasenentzündung kommt. Dafür müssen wir optimalerweise verhindern, dass E. Coli Bakterien überhaupt in die Harnröhre und von da in unsere Blase gelangen. Genau hier setzt weitergedachte Intimate Care an. Ein physikalischer Ansatz, mit dem After und Damm gecovert werden und es den Bakterien so schwerer gemacht wird, beim Sex durch Reibung in Richtung Harnröhre zu wandern. Damit wir in Zukunft alle unseren Blasenentzündungsclubausweis möglichst selten vorzeigen müssen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei wiederkehrenden Blasenentzündungen sollte eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden.

Du verdienst es, dich gut zu fühlen. 

Davor. Währenddessen. Und danach.

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